Konditor | Konditorin

Oberstufe der Konditoren zu Gast in Johann Lafers Sendung  „Himmel und Erd“ 2004
Oberstufe der Konditoren zu Gast in Johann Lafers Sendung „Himmel und Erd“ 2004

Entwickelt hat sich der Konditorberuf aus dem Beruf des Bäckers. Nachdem die Bäcker im 15. Jahrhundert die Kunst des Brotbackens beherrschten, verfeinerten einige von ihnen die Teige mit Honig, Trockenfrüchten und Gewürzen.

Diese Spezialisten nannten sich Lebküchler. Aus den Lebküchlern entwickelten sich später die Zuckerbäcker und dann die Konditoren.

Ihre Produkte werden unter Verwendung vielerlei Zutaten und Gewürze hergestellt. Sie müssen nicht nur schmecken, sondern sie sollen auch schön anzusehen sein. Hierzu zählen Torten und Kuchen aller Art, Kleingebäck, Eisspeisen und -getränke, Pralinen, Marzipanerzeugnisse und sonstige Zuckerwaren, Pasteten und Käsegebäck. Aber auch kleine Gerichte, wie zum Beispiel herzhafte oder süße Teigspeisen, Salate, Suppen, Toasts oder Canapés gehören mittlerweile zum Angebot vieler Cafés und werden von Konditoren und Konditorinnen zubereitet.

Was erwartet Sie?

Lernort: Betrieb

Die Ausbildung als Konditor/in dauert 3 Jahre.

Sie arbeiten vor allem im Nahrungsmittelhandwerk in Konditoreien, Confiserien, Cafés oder Bäckereien. Dort sind sie überwiegend in Backstuben, aber auch im Verkaufs- und Bewirtungsbereich tätig.

Sie arbeiten auch als Patissiers in großen Hotel- und Restaurantbetrieben oder zum Beispiel in Produktentwicklungsabteilungen und Produktionshallen der Back- und Süßwarenindustrie.

Aus der langen Liste der möglichen Tätigkeiten gehören beispielsweise:

  • Die Berechnung des Rohstoffbedarfs
  • Die Planung einzelner aufeinander abgestimmter Arbeitsschritte
  • Die Herstellung von Feinen Backwaren aus Teigen und Massen
  • Die Fertigstellung und Dekoration von Torten und Desserts
  • Das Entwerfen und Gestalten von Torten und Schaustücken für spezielle Anlässe
Auszubildende in der Schulbackstube
Auszubildende in der Schulbackstube

Lernort: Schule

Während Sie die praktischen Fertigkeiten im Betrieb erlernen, erhalten Sie die dazu gehörigen theoretischen Kenntnisse in der Berufsschule. Der Unterricht findet regelmäßig wöchentlich an einem Tag statt. Monatlich sind zwei weitere Berufsschultage im ersten und je ein weiterer Berufschultag im zweiten und dritten Ausbildungsjahr vorgesehen.

Nach 18 Monaten wird eine Zwischenprüfung durchgeführt, in der die bis dahin erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten geprüft werden.

Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung, die aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht. 

Was sollten Sie mitbringen?

Ergebnis einer praktischen Gesellenprüfung 2004
Ergebnis einer praktischen Gesellenprüfung 2004
  • Die Neigung zu formgebend-handwerklicher Tätigkeit
  • Das Interesse an der Herstellung von Lebensmitteln
  • Ein durchschnittliches Leistungsvermögen (z.B. für das Verstehen von Rezepturen)
  • Fingergeschicklichkeit für formgebende manuelle Tätigkeiten.

Was können Sie erreichen?

Nach einigen Jahren der Berufserfahrung besteht die Möglichkeit der Weiterbildung zum:

  • Konditormeister|in
  • Techniker|in – Lebensmitteltechnik (Back- und Süßwarenindustrie)
  • Techniker|in – Lebensmitteltechnik (Bäckereitechnik)

Wer eine Hochschulzugangsberechtigung erwirbt oder schon darüber verfügt, kann z.B. folgende Studiengänge belegen:

  • Lebensmitteltechnologie
  • Ernährungs- und Haushaltswissenschaften (Ökotrophologie)

Konditoren und Konditorinnen können sich mit einem eigenen Betrieb des Konditoreihandwerks selbständig machen. Voraussetzung dazu ist in diesem zulassungspflichtigen Handwerk entsprechend der neuen Handwerksordnung die Meisterprüfung oder eine sechsjährige Gesellentätigkeit (vier Jahre davon in leitender Stellung).