Raumausstatter/Raumausstatterin

Mit der Ausbildung zum Raumausstatter entscheidest du dich für einen Beruf , der auf eine langjährige Tradition zurück blickt. Erste Wurzeln sind schon aus dem Mittelalter bekannt als Beruf des  „Tapissiers“, der vor allem für die Ausstattung der herrschaftlichen Wohnräume mit textilen Werkstoffen zuständig war. Im Laufe der Zeit wurden dem Raumausstatterberuf vier Arbeitsgebiete zugeschrieben:

  • Bodenbelagsarbeiten,
  • Wandbekleidungsarbeiten,
  • Sicht- und Sonnenschutzanlagen/Fensterdekorationen und
  • Polsterarbeiten.

Die Vielseitigkeit des Berufsbildes macht die Arbeit des Raumausstatters sehr abwechslungsreich und auch ganzheitlich.
Heute wird dieser Vielfalt des Berufes mit einer Schwerpunktlegung in der Berufsausbildung Rechnung getragen. Zu Beginn der Ausbildung wird festgelegt, in welchem der vier Arbeitsbereiche du als Auszubildender schwerpunktmäßig arbeitest und am Ende der Ausbildung auch hauptsächlich (neben den anderen drei Bereichen) geprüft wirst.
Als ausgebildeter Raumausstatter hast du später die Aufgabe, für Kunden individuelle Lösungen zur Gestaltung und Einrichtung der Wohn- und Lebensräume zu entwerfen, zu planen und auch umzusetzen. Dabei arbeitest du mit den unterschiedlichsten Materialien und Werkstoffen. Beratungs- und Verkaufsgespräche bilden neben der handwerklichen Arbeit des Raumausstatters einen großen Teil deines Berufsalltags. Dabei steht im Vordergrund, fachmännisch auf die Wünsche deiner Kunden einzugehen.
Der Raumausstatterberuf lebt von deiner Kreativität wenn es um die  individuelle Entwicklung von Gestaltungsideen geht. Um Räume stimmig zu gestalten und einzurichten ist ein gutes Gespür für Farb- und Formharmonie genauso wichtig wie das räumliche Vorstellungsvermögen. Natürlich solltest du auch über handwerkliches Geschick verfügen, um deine Ideen dann auch praktisch umsetzen zu können.
In der schulischen Ausbildung lernst du anhand von Kundenaufträgen, die thematisch einem der zwölf Lernfelder zugeordnet sind, praxisnah die Anwendung der theoretischen Hintergründe des Berufs. Dazu gehört die Planung und Gestaltung mithilfe von Gestaltungsprinzipien und verschiedenen Darstellungstechniken, die Materialauswahl aufgrund von Materialeigenschaften und die Materialberechnung beispielsweise mit Zuschnittplänen. Außerdem werden die in der Praxis üblichen Arbeitsschritte theoretisch durchgeführt und wiedergegeben in Arbeitsablaufplänen oder Tätigkeitsbeschreibungen, die sich dann auch konkret auf die Gegebenheiten des jeweiligen Kundenauftrags beziehen. Einen großen Stellenwert hat bei der Bearbeitung von Kundenaufträgen selbstständiges und sozial eingebundenes Arbeiten. In kleinen Gruppen oder als Partnerarbeit werden die Bearbeitungen zu Kundenaufträgen und dazu notwendiges Hintergrundwissen von dir und deinen Mitschülern erarbeitet und der Klasse präsentiert. Dazu werden im Unterricht Lern- und Arbeitsmethoden geübt, die auch für deine spätere berufliche Weiterentwicklung wichtig und nützlich sind.