Fotograf | Fotografin

Fotograf | Fotografin will man werden:

  • weil man schon einmal einem Berufsfotografen bei dessen Arbeit zugesehen hat und von dem Job begeistert ist,
  • weil man Fotos gesehen hat, die man auch gerne machen würde,
  • weil man sich vorstellt, dass sich die Arbeit des Fotografen nur auf der Sonnenseite des Lebens abspielt,
  • "schöne Reisen, schöne Frauen/Männer, immer in der ersten Reihe stehen",
  • weil man glaubt, dass es ein leicht zu erlernender Beruf ist, "fotografieren kann jeder",
  • weil man denkt, dass der Beruf keine großen Voraussetzungen an körperlicher Stärke erfordert, und deshalb "besonders für Frauen geeignet" ist
  • weil man glaubt, sich bei der Ausübung dieses Berufes "selbst verwirklichen zu können"

Auf den ersten Blick erscheinen alle Argumente einleuchtend und richtig. Wer den Beruf näher betrachtet, sieht, dass manches "im richtigen Leben" ganz anders aussieht.

Der Fotograf, das ist der BILDMACHER, der auch Fotodesigner und in Zukunft vielleicht Image Manager genannt wird. Egal, wer dem Fotografen zuarbeitet (der Artdirector, der Layouter, der Grafiker, der Dekorateur, der Visagist oder der Stilist), egal wem der Fotograf zuarbeitet, wer das BILD des Fotografen benutzt oder weiterverarbeitet (der Mediengestalter, der Bildmonteur, der Layouter, der Retuscheur, der Druckvorlagenhersteller, der Drucker oder der Fotolaborant), der Fotograf wird immer der einzige in der Produktionskette sein, der das BILD im Kopf sehen muss, es mit seinem Medium gestaltet und selbst anfertigt.

Was sollten Sie mitbringen?

Für die staatlich anerkannten Ausbildungsberufe ist gesetzlich keine bestimmte Schulausbildung als Zugangsvoraussetzung vorgeschrieben. In der Regel wird von den Ausbildern der Sekundarabschluss I erwartet. Ein Mindestalter von 16 bis 18 Jahren ist erwünscht.

Neben den fototechnischen Fähigkeiten kann es für den beruflichen Erfolg von Nutzen sein, folgende Fähigkeiten zu besitzen:

  • ein angeborenes, ausgeprägtes Gefühl für Bilder und Farben,
  • räumliches Vorstellungsvermögen,
  • besondere handwerkliche Fähigkeiten (tischlern, malern, dekorieren),
  • Geschick im Umgang mit Menschen (Kunden, Mitarbeiter,
    Modelle) oder Tieren,
  • mehrere Fremdsprachen (Reisen im Ausland, Verständigung mit ausländischen Auftraggebern oder Fotomodellen),
  • besonderes Organisationstalent (Koordinierung von Aufträgen,
    Mitarbeitern, Handwerkern, Modellen oder Reisen),
  • Interesse an bildender Kunst,
  • zeichnerisches Talent (zum Anfertigen von Skizzen)und
  • Geschicklichkeit im Selbstbau von Hilfsmitteln und einfachen Dekorationen

Was erwartet Sie?

Lernort Betrieb

Trotz der Spezialisierung in der Ausübung des Berufes sind allen Fotografen das handwerkliche Rüstzeug, mit dem sie arbeiten und auch die sich wiederholenden Grundtätigkeiten gemeinsam.

Der Katalog der zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse, die für alle Fotografen Gültigkeit haben, unterteilt die Auftragsbearbeitung von der Vorbereitung bis zur fertigen Präsentation in die vier Phasen:

  •  Vorbereiten und Planen
  • Gestalten
  • Fototechnische Umsetzung
  • Weiterverarbeiten fotografischer Aufnahmen.

Tätigkeitsmerkmale in der Spezialisierung:

  • Der Porträfotograf arbeitet im Studio, in den Wohnräumen oder am Arbeitsplatz seiner Kunden und auch im Freien. Bei all seinen Tätigkeiten muss er sehr beweglich sein und oft in der Aufnahmesituation auf die abzubildenden Personen (Kinder) bzw. Haustiere oder wechselnde Lichtverhältnisse mit der Bildgestaltung und der Fototechnik spontan reagieren können.
  • Der Werbefotograf arbeitet wie der Porträtfotograf hauptsächlich im Studio oder im Freien. Dabei muss auch er auf wechselnde Gegebenheiten stets flexibel reagieren können. Er arbeitet häufig im Team mit seinem Assistenten, Handwerkern, dem Artdirektor, dem Fotomodell oder dem Visagisten. Hierbei ist seine Fähigkeit gefragt, andere Personen bei der Arbeit anzuleiten, zu führen und in das Team zu integrieren.
  • Der Industriefotograf hat selten gleichförmige, eher eine stark abwechslungsreiche Tätigkeit. Sie erfordert häufig eine Umstellung auf unvorhersehbare Ereignisse. Anders als seine Kollegen, die im Studio arbeiten, ist er bei der Ausübung seiner Tätigkeit in der Regel außergewöhnlichen Belastungen wie Lärm, Dämpfen, Staub und großen Temperaturschwankungen ausgesetzt.

Lernort Schule

Übersicht über die Lerngebiete

  1. Auftragsmanagement
  2. Informationsträger
  3. Gestaltung
  4. Fototechnische Umsetzung
  5. Aus- und Weiterverarbeitung fotografischer Aufnahmen
  6. Berufsbezogene Informationstechnik

Die in der Berufsschule zu vermittelnden, berufsbezogenen Lerngebiete sind:

  • zu ca. 30 % Aufnahmetechnik und entsprechende Technologie
  • zu ca. 28 % Bildkonzeption und -Gestaltung
  • zu ca. 25 % Aus- und Weiterverarbeitung fotografischer Aufnahmen
  • zu ca. 10 % Berufsbezogene Informationstechnik
  • zu ca. 5 % Auftragsmanagement
  • zu ca. 2 % lichtempfindliche Materialien und elektronische Aufnahme- und Speichermedien.

Was können Sie erreichen?

Folgende Arbeitsmöglichkeiten hat ein Fotograf als Allroundfotograph oder Spezialist:
selbstständiger oder angestellter Fotograf in einem privaten Fotostudio in den Bereichen:

  • Bildjournalismus
  • Reportage
  • Illustration
  • Feature

angestellter Fotograf im öffentlichen Dienst (Institut, Hochschule, Krankenhaus, Polizei, Museum) in den Bereichen:

  • Materialprüfung und Messtechnik
  • Wissenschaft
  • Raumfahrt
  • Forschung
  • Medizin
  • Kriminalistik
  • Kunstdokumentation

Als weitere Qualifikation kann man die Meisterprüfung ablegen.

Mehr Informationen zu aktuellen Projekten und dem Schulleben der Druck- und Medienklassen finden Sie in unserem Schulblog "Juwel".