Friseur | Friseurin

Friseure bei der Arbeit

„Wer mit 18 schon Künstler, Psychologe,
Handwerker und Trendberater ist, ist kein Wunderkind.
Sondern Friseur!“

Friseure können weit mehr als Haare schneiden – sie gestalten das Image ihrer Kunden, sie verwöhnen sie mit Wellness-Behandlungen jedweder Art, sie hören sich die kleinen und großen Alltagssorgen an und geben Tipps, wie man Haut und Haare auch zu Hause pflegen kann. Welcher Beruf ist schon so vielseitig?

Was erwartet Sie?

Die Ausbildung zum Friseur dauert drei Jahre und findet im dualen System statt, d.h. die praktische Ausbildung erfolgt im Salon, die theoretische Ausbildung in der Berufsschule. In überbetrieblichen Lehrgängen werden weitere Fähigkeiten durch die Handwerkskammer vermittelt. Nach eineinhalb Jahren erfolgt eine Zwischenprüfung, nach drei Jahren wird die praktische und theoretische Gesellenprüfung von der Handwerkskammer abgenommen.

Lernort Salon

Im Salon erlernen Sie alle praktischen Fähigkeiten, die der Friseur besitzen muss. Das fängt an beim richtigen Haarewaschen, der intensiven Pflege der Haare und reicht bis zu allen chemischen Behandlungen des Haares wie Dauerwelle, Farbe und Blondierung. Der freundliche und zuvorkommende Umgang mit dem Kunden ist ein elementarer Bestandteil der Arbeit, ob es nun um den Empfang geht, eine typgerechte Frisurenberatung oder das Schaffen eines Wellness-Erlebnisses. Was viele nicht wissen ist, dass auch Kosmetik und Nageldesign feste Bestandteile der Friseurausbildung sind.

Lernort Schule

Der Fachunterricht ist nicht mehr in Fächer aufgegliedert, sondern in den Lernfeldern

  • Haar- und Kopfhautpflege,
  • Haareschneiden,
  • Formverändernde Haarbehandlung,
  • Farbverändernde Haarbehandlung und
  • Kosmetik organisiert.

Hinzu kommen die Fächer Deutsch, Sozialkunde/Wirtschaftslehre und Religion.

Durch die Lernfelder kann ein enger Praxisbezug hergestellt werden. In unserem neuen schuleigenen Friseursalon kommen theoretische Inhalte auch zur praktischen Anwendung – das macht Spaß und motiviert!

Wir wollen in unserem Unterricht die Grundlagen und das darauf aufbauende Fachwissen vermitteln, das ein guter Friseur benötigt. Friseure müssen sehr viel Fachwissen, besonders im Bezug auf Chemie, besitzen. Darüber hinaus wird Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Kunden verlangt. Auch dies wird immer wieder im Unterricht praktisch geübt.

Last but not least ist Kreativität eine ganz wichtige Begabung, die ein Friseur besitzen muss. Im Unterricht vermitteln wir die gestalterischen Grundlagen und lassen der Schöpferkraft freien Lauf, wenn wir zu Karneval, Halloween und im Rahmen des Weihnachtsbasars den Schulsalon für Schmink- und Frisieraktionen öffnen.

Da Friseure stets über die aktuellen Frisuren- und Modetrends informiert sein müssen, fahren wir jedes Jahr mit unseren Klassen nach Frankfurt am Main zur „Hair- and Beauty“, der größten deutschen Fachmesse für Friseure und verfolgen dort die Wettbewerbe der Deutschen Meisterschaft der Friseure.

Mehr Informationen zu aktuellen Projekten und dem Schulleben der Klassen im Bereich Körperpflege finden Sie in unserem Schulblog "Juwel".

Was sollten Sie mitbringen?

Ganz wichtig ist zunächst die Freude am Umgang mit Menschen und an der Kreativität. Da Friseure viel stehen müssen, ist eine gute körperliche Konstitution, vor allem keine Rückenprobleme, Voraussetzung, um in diesem Beruf arbeiten zu können. Auch eine Allergieneigung sollte vorab geklärt werden, da im Salon mit allergenen Stoffen gearbeitet wird.

Eine gute Auffassungsgabe ist wichtig, weil ein umfangreiches Fachwissen in drei Jahren erlangt werden muss und man ständig in der Kommunikation mit dem Kunden gefordert wird. Deshalb wird der Hauptschulabschluss vorausgesetzt.

Was können Sie erreichen?

Der Friseurberuf weist erfreulich viele Entwicklungsmöglichkeiten auf. Ein Friseurgeselle kann überall auf der Welt arbeiten, auch z.B. auf Kreuzfahrtschiffen.
Nach fünf Jahren im Beruf hat man die Möglichkeit, die Meisterprüfung abzulegen, sich mit einem eigenen Salon selbständig zu machen und eigene Auszubildende auszubilden. Wem das unternehmerische Risiko zu groß ist, der kann als Friseurmeister die Geschäftsführung in einer Friseurkette übernehmen.

Man kann sich aber auch als Trainer oder Showakteur ausbilden lassen und für große Haarkosmetikunternehmen wie Wella oder Goldwell arbeiten. Auch eine Ausbildung als Kosmetiker/-in oder Visagist/-in kann sinnvoll sein, um sich die Tür für eine Tätigkeit im Bereich der Modefotographie oder beim Fernsehen oder Film zu öffnen.

Und schließlich stellt auch die Ausbildung zur Maskenbildnerin (inzwischen auch als Studium möglich) eine Möglichkeit der Weiterentwicklung dar.