Bildungsgangprofil im BGY Gesundheit und Soziales

Besonderheiten der Fächer Gesundheit, Pädagogik und Psychologie

  • Im Fach Gesundheit stehen alle Praxis- und Wissenschaftsbereiche im Vordergrund, die im alltäglichen Leben Bezüge zur individuellen und kollektiven Gesundheit haben. Im Unterricht und dem gemeinsamen Schulleben finden sich Impulse und Möglichkeiten für die Entwicklung eines persönlichen Gesundheitsempfindens mit individuellen und sozialen Bezügen.
  • Das Fach Pädagogik regt auf der Grundlage fachlicher Themen zu einem bewussteren Umgang mit sich selbst und anderen an und steigert die Bereitschaft, sich mit den unterschiedlichsten Erscheinungsformen menschlichen Verhaltens auseinanderzusetzen. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung zu dialogfähigen und wertebewussten Menschen, die bereit sind ihre Einstellung und ihr Handeln kritisch zu reflektieren und Verantwortung für sich und ihre Umwelt zu übernehmen. Die Inhalte orientieren sich an einer ganzheitlichen Kompetenzentwicklung, um menschliches Verhalten im sozialen, kulturellen, historischen und politischen Kontext erkennen und Veränderungsmöglichkeiten entwickeln zu können.
  • Dem Fach Psychologie liegen, ausgehend vom Verständnis der Psychologie als Wissenschaft vom Verhalten und Erleben des Menschen, zwei Überlegungen zu Grunde. Zum einen setzen sich die Schülerinnen und Schüler wissenschaftspropädeutisch mit grundlegenden Themen, Forschungsmethoden und Theorien der Psychologie auseinander. Zum anderen werden sie auf dieser Grundlage zu wissenschaftlichem Denken und Arbeiten befähigt.

Leitlinien für den Unterricht  im Bildungsgang

  • themenübergreifende Auseinandersetzungen, anknüpfend an der individuellen Gesundheits- und Lebenssituation, den prägenden Rahmenbedingungen sowie der eigenen Biographie
  • Erschließung berufspraktischer Probleme im Gesundheits- und Sozialbereich durch Kooperation mit regionalen Institutionen und berufsorientierende Praktika
  • Aufbau inner- und außerschulischer Partnerschaften zur Entwicklung persönlicher, sozialer und gesundheitlicher Kompetenzen (z.B. im Rahmen des Schulsanitäts-dienstes oder der Arbeitsgemeinschaften)
  • projektorientiertes Arbeiten zur Förderung beruflicher Handlungskompetenzen sowie zur Studierfähigkeit

Inhaltliche Schwerpunkte Gesundheit

Einführungsphase

  • Grundlagen der Gesundheitswissenschaft (Bedeutung von „Gesundheit“, Perspektivenwechsel von der Krankheits- zur Gesundheitsförderung (Salutogenese), Rahmenbedingungen und Ziele der Gesundheitsförderung, Internationale und nationale Institutionen der Gesundheitsversorgung)
  • Biologisch-medizinische Grundlagen und deren Bedeutung für das Individuum, die Gesellschaft und den Staat (Ernährung und Stoffwechsel, Bewegung, Leistungen und Fehlleistungen des Abwehrsystems, Veränderung der Lebens- und Alltagsbedingungen und deren Folgen, Schadstoffeinflüsse)

Qualifikationsphase

  • Wahrnehmung (Funktion der menschlichen Steuerungssysteme, Beeinflussbarkeit der Wahrnehmung, Wahrnehmungsbeeinträchtigungen und Ausgleichsmöglichkeiten)
  • Umwelteinflüsse und Gestaltung unserer Lebenswelt (Kleidung, Wohnraum und Wohnumgebung, Arbeitsumgebung, Gesundheitsförderliche Stadt- bzw. Gemeindeplanung)
  • Gesundheitssicherung und Gesundheitsversorgungssysteme (Formen der gesundheitsbezogenen Absicherung (Versicherungsarten), Präventions-, Behandlungs- , Rehabilitationsmaßnahmen am Beispiel verschiedener „Volkskrankheiten“, Auswirkungen von Erkrankungen auf den Betroffenen und sein Umfeld)
  • Public Health / „Öffentliche Gesundheitsintervention“ (Formen und Methoden der Gesundheitsforschung, Finanzierung und Effektivität der Versorgungsstrukturen, Alternative Sicherungs- und Versorgungsformen)

Inhaltliche Schwerpunkte Pädagogik

Einführungsphase

  • Einführung in grundlegende pädagogische Fragestellungen (Erziehungsprozesse mitgestalten, Pädagogische Praxisfelder darstellen, Beziehungen in Gruppen analysieren und mitgestalten)

Qualifikationsphase

  • Erziehungs- und Bildungsprozesse in Familie und familienergänzenden Institutionen beschreiben und beurteilen(Pädagogische Anthropologie Bindungstheorie, Systemische Pädagogik, Humanistische Pädagogie)
  • Bildungs- und Erziehungsprozesse in Schulen beschreiben und beurteilen (das Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland, Bildungssystem der Länder, Bildungsstudien)
  • Sozialisation und Identität als lebenslangen Prozess beschreiben und gestalten (Shell-Studie, Sozialisationstheorie, Theorie der psychosozialen Entwicklung, geschlechtssensible Pädagogik)
  • Strategien zur Bewältigung von Krisen und Problemen im Sozialisations- und Identitätsprozess entwickeln (verhäuslichte Gewalt)
  • Pädagogische Konzeptionen im sozialen Netzwerk eines Gemeinwesens entwickeln (Bedeutung von Familie und Institutionen, Selbststeuerung und Umwelt)

Inhaltliche Schwerpunkte Psychologie

Einführungsphase

  • Einführung in die Psychologie (Abgrenzung von Alltags- und wissenschaftlicher Psychologie, Umgang mit wissenschaftlichen Forschungsmethoden, psychologische Arbeits-/Praxisfelder)
  • Wahrnehmungsprozesse

Qualifikationsphase

  • Tiefenpsychologie (Theorie der Psychoanalyse von Freud)
  • Behaviorismus (Grundlagen des Lernens, im Besonderen klassisches und operantes Konditionieren)
  • Kognitivismus (Intelligenzmodelle, Theorie der kognitiven Entwicklung von Piaget, sozial-kognitive Theorie von Bandura, Attributionstheorie)
  • Humanistische Psychologie
  • Systemischen Psychologie
  • Biopsychologie

Download Info-Flyer Berufliches Gymnasium Gesundheit und Soziales

Weitere Informationen

Detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte der Infobroschüre des Ministeriums.