Berufsoberschule Gesundheit und Soziales

Sapere aude

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
(Immanuel Kant, Königsberg 1784)

BOS 1 - Gesundheit und Soziales

Die Berufsoberschule 1 (BOS1) führt in einem Jahr zum Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife. Der Abschluss berechtigt zum Studium an einer Fachhochschule in der Bundesrepublik Deutschland und zur Aufnahme in die Berufsoberschule 2 (BOS2) mit dem Ziel der fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife.

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BOS 2 - Gesundheit und Soziales

Dieser Bildungsgang führt Sie in einem Jahr zur fachgebundenen Hochschulreife und - sofern hinreichende Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache nachgewiesen werden - zur allgemeinen Hochschulreife.

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Das Profil der Berufsoberschule Gesundheit und Soziales

Die BO1S führt Lernende mit qualifiziertem Sekundarabschluss I oder einem gleichwertig anerkanntem Abschluss und abgeschlossener Berufsausbildung in einem Jahr zur allgemeinen Fachhochschulreife. Mit dieser Voraussetzung können Lernende in einem Jahr der BO2S die fachgebundene Hochschulreife und mit dem Nachweis einer zweiten Fremdsprache die allgemeine Hochschulreife erlangen.

Diese Ziele erreicht die Berufsoberschule dadurch, dass sie die berufspraktischen und theoretischen Kenntnisse und Fertigkeiten der Lernenden mit entsprechender Vorbildung erweitert, deren Allgemeinbildung vertieft und so die Studierfähigkeit fördert. Dabei stützt sich die Berufsoberschule auf die eigene Lebens- und Berufserfahrung der jungen Erwachsenen, auf deren menschliche Reife und auf die in der Ausbildung erworbenen Kompetenzen, vor allem aber auf deren Zielstrebigkeit und Motivation, über erweiterte Qualifikationen ein erhöhtes Maß an beruflicher und gesellschaftlicher Verantwortung zu übernehmen.

Auf dieser Grundlage stärkt die Berufsoberschule die intellektuelle und soziale Reife ihrer Absolventen. Sie professionalisiert deren kommunikative Kompetenz in der Muttersprache und mindestens in einer modernen Fremdsprache auf einem anspruchsvollen Niveau, gewährleistet einen sicheren Umgang mit höheren mathematisch-naturwissenschaftlichen Problemen und intensiviert das geschichtlich-soziale Bewusstsein.

Die Berufsoberschule Gesundheit und Soziales zeichnet sich insbesondere durch die Fächer Pädagogik und Psychologie aus. Sie regen auf der Grundlage fachlicher Themen zu einem bewussten Umgang mit sich selbst und anderen an und steigern die Bereitschaft, sich mit den unterschiedlichsten Erscheinungsformen menschlichen Verhaltens auseinanderzusetzen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung zu dialogfähigen und wertebewussten Menschen, die bereit sind, ihre Einstellung und ihr Handeln kritisch zu reflektieren und Verantwortung für sich und ihre Umwelt zu übernehmen. Die Inhalte orientieren sich an einer ganzheitlichen Kompetenzentwicklung, um menschliches Verhalten im sozialen, kulturellen, historischen und politischen Kontext erkennen und Veränderungsmöglichkeiten entwickeln zu können.

Für die Lernbegleiter in der Berufsoberschule ist es eine wichtige Aufgabe, die Lernenden zum selbstständigen Wissenserwerb und zum eigenständigen Urteilen anzuleiten, sie auf eigenverantwortliche Lösungen komplexer Aufgaben vorzubereiten sowie deren Flexibilität, Aufgeschlossenheit und geistige Beweglichkeit zu fördern. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, erfolgreich an einer Hochschule studieren bzw. ein entsprechendes Berufsangebot auf dem Arbeitsmarkt als Herausforderung annehmen zu können.

Der Unterricht in der Berufsoberschule geht von den in den allgemeinbildenden Schulen vermittelten und im beruflichen Leben erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten der jungen Erwachsenen aus. Er richtet sich nach den Kompetenzen und Inhalten, wie sie in den Lernbausteinen unter besonderer Berücksichtigung des beruflichen Erfahrenshorizonts junger Erwachsener beschrieben sind.

Spezielle Lernarrangements ermöglichen im Rahmen fächerübergreifender Zusammenarbeit projektorientiertes Arbeiten. Dabei ist uns der Kontakt zu sozialen Einrichtungen besonders wichtig, um Praxisorientierung und Lebenswirklichkeit in den Unterricht einzubinden.

Unser pädagogisches Konzept

Wesentliches Ziel von Bildung und Erziehung ist die Befähigung der Lernerinnen und Lerner zur Bewältigung von Lebenssituationen im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung. In offenen Lernsituationen erhalten sie die Gelegenheit, den Unterricht aktiv mitzugestalten.

Unsere Ziele, Studierfähigkeit an Fachhochschulen und Universitäten sowie die Vermittlung einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz, sind nicht nur durch ein lineares Abarbeiten von Stoffplänen zu erreichen, sondern vielmehr ist es notwendig, die fachlich relevanten Probleme und Inhaltsstrukturen aus einem situativen Kontext heraus zu erarbeiten und zu systematisieren.

Verwirklichen wollen wir diese Ansätze in einem handlungs- und problemorientierten Unterricht. Hier sollen möglichst authentische Ereignisse oder Situationen in den Mittelpunkt gestellt werden. Bei der Ausarbeitung entsprechender Lernsituationen werden wir besonders darauf achten, dass sie an die Klassensituation angepasst sind und die Lernenden weder über- noch unterfordern, um sie zunehmend an Selbsttätigkeit und eigenständigen Wissenserwerb heranzuführen.

Wir ermöglichen selbst gesteuertes Lernen und fördern kooperative Methoden mit arbeitsteiliger Anforderungsstruktur und individueller Verantwortlichkeit.
Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten wir verstärkt in Teams zusammen, um uns in der Vorgehensweise sowie der Festlegung von Schwerpunkten für die Förderung lernbereichsübergreifender Kompetenzen gemeinsam abzustimmen.

Dies macht deutlich, dass die Lernenden in den Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns rücken und wir bestrebt sind, sie bei den Erfahrungen und Einstellungen abzuholen, über die sie momentan verfügen. Die Akzeptanz der Lernerpersönlichkeit und die gegenseitige Wertschätzung sind die Grundlage für unsere gemeinsame Arbeit. Eine Beteiligung der Klassensprecher an den Bildungsgangkonferenzen ist selbstverständlich.

Erwartungen an die Lernenden

Damit unser pädagogisches Konzept gelingen kann, ist es notwendig, dass auch die Lernenden bereit sind mitzuarbeiten und Verantwortung für das Gelingen von Unterricht zu übernehmen:

  • Sie sind aufgeschlossen für Neues und haben Freude am Lernen.
  • Sie zeigen Leistungsbereitschaft und gestalten den Unterricht aktiv mit durch mündliche Beteiligung, Einbringen von Ideen und Wünschen, Organisation und Übernahme von freiwilligen Aufgaben.
  • Sie informieren sich auch eigenständig über den Unterricht hinaus und arbeiten Rückstände selbstständig auf.
  • Sie arbeiten mit Fleiß, Energie, Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Stringenz.
  • Sie bringen sich in Gruppen kooperativ ein.
  • Sie äußern sich sprachlich angemessen und differenziert in Wort und Schrift.
  • Sie sehen auch Rückschläge, Misserfolge und Unklarheiten als Chance zur Weiterentwicklung.

Nur wenn Lehrer und Lernende sich gemeinsam einbringen, können wir eine positive Lernatmosphäre schaffen und gemeinsam unser Wissen erweitern.

Sonstiges

  • Klassenfahrten/Exkursionen:
    Vorgesehen sind „Methodentage" in Form einer "Kennenlern-Fahrt“ von ca. 3 Tagen zu Beginn des jeweiligen Schuljahres (Kosten von ca. 65 Euro). Weitere Exkursionen werden mit den Lernenden abgesprochen.
  • Durch Kopiergeld in Höhe von ca. 15 Euro werden die Gesamtkosten für Fachbücher minimiert.
  • Kosten für Schulbücher, Theater- Kinobesuche werden mit der/dem jeweiligen Fachlehrer/-in abgesprochen.