Zu Besuch am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) – ein interdisziplinärer Austausch zwischen Lehrerinnen und Lehrern

von

Skills in der Pflege(aus)bildung

Die Stadt Regensburg mit etwa 158.000 Einwohnern, ist die viertgrößte Stadt Bayerns. Der berühmte Dom, die historische Altstadt sowie weitere Sehenswürdigkeiten laden zum Verweilen ein.

Unweit von der Stadt, auf einem Hügel gelegen, befindet sich das bekannte Universitätsklinikum, welches im Jahr 1978 entstanden ist. Das Klinikum besteht aus drei Gebäuden, welche über Glasflure miteinander verbunden sind. Der imposante Gebäudekomplex ist in eine wunderschöne Landschaft gebettet. Das Universitätsklinikum betreibt 44 Zentren der speziellen und forschungsrelevanten Medizin, unter anderem das ECMO-Center of Excellence (Mobile Extrakorporale Herz-Lungenunterstützung), welches bundesweit von Bedeutung ist.[1]

Ins Klinikum ist die Abteilung Personalentwicklung unter Leitung von Susanne Hohenwarter  integriert. Im Referat Fort- und Weiterbildung bietet ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Michael Tröger  zahlreiche Fort- und Weiterbildungen an und setzt sich mit der Entwicklung der pflegerischen Fertigkeiten (Skills) auseinander. Im Referat Ausbildung und Studium unter Leitung von Dr. Bettina Roccor erhält aufgrund Rahmen der neuen Pflegeausbildung die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten für medizinisch-pflegerische Situationen einen noch höheren Stellenwert.

Das Universitätsklinikum Regensburg hat vor circa zehn Jahren mit sogenannten SkillsLabs in der Pflegeausbildung begonnen. Mittlerweile ist das Konzept des Skillslabs am Universitätsklinikum fester Bestandteil der Aus-, Fort- und Weiterbildung  von zukünftigen Pflegefachkräften wie auch weiteren medizinisch-pflegerischen Berufen zählt. Um eine regelmäßiges Skillstraining der Lernenden in der Ausbildung zu ermöglichen, wurden entsprechende Räumlichkeiten zum Trainieren von Skills ausgestattet. In nahezu realen Lernsituationen werden die Lernenden mit unterschiedlichsten Szenarien vertraut gemacht – beginnend bei Grundfertigkeiten wie Katheter legen oder Verbandswechsel über die Reanimation bis hin zu komplexen Notfallsituationen im Schockraum. Die Lernenden werden von PflegepädagogInnen begleitet und im Kompetenzerwerb unterstützt. Die Interprofessionalität spielt auch im Skillstraining eine zunehmend größere Rolle - denn nur im guten Zusammenspiel der Berufsgruppen gelingt eine optimale Versorgung der Patienten. Interprofessionelle SkillsLabs, Kommunikationsschulungen mit Pflegeauszubildenden und PJ-Studierenden und interprofessionelle Szenario-Trainings werden von Medizin und Pflege gleichermaßen geschätzt und verbessern die interprofessionelle Zusammenarbeit nachhaltig.

In der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I wurde am 01.10. 2019 mit der A-STAR die erste interprofessionelle Ausbildungsstation in Bayern, inititiert von  Prof. Dr. med. Müller-Schilling, Dr. med. Stephan Schmid und weiteren Kolleginnen und Kollegen aus Medizin, Pflege und Personalentwicklung am UKR implementiert. Der Einsatz auf der Station mit acht Betten dauert je nach Profession zwischen vier und zehn Wochen.

Unter ärztlicher und pflegerischer Supervision durch so genannte Lernbegleiter betreuen Auszubildende der Pflege (2./3. Ausbildungsjahr) und PJ-Studierende gemeinsam und eigenständig insgesamt 16 Patienten. Die Lernbegleiter der A-STAR (Ärzte, Pflegefachkräfte mit Praxisanleiterqualifikation) sind im Hintergrund als ständige Ansprechpartner präsent, sie helfen bei Problemen, beobachten und geben Feedback. Auszubildende, PJ-ler und Lernbegleiter nutzen ein gemeinsames Stationszimmer, gehen gemeinsam auf Visite und übernehmen sämtliche stationsbezogenen Aufnahmen. Am Ende jeder Woche wird die interprofessionelle Zusammenarbeit reflektiert. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Gemeinsame Fortbildungen sind fester Bestandteil des Wochenplans. In Analogie findet dieses Konzept nun auch im Bereich der Intensivtherapie und -behandlung Anwendung- hier wurde die I´m A-Star implementiert.

Frau Drews und Frau Steinmetz besuchten gemeinsam das Universitätsklinikum Regensburg und tauschten sich mit dem interdisziplinären Team der Personalentwicklung intensiv aus. Während des zweitägigen Austauschs konnten sich die Autorinnen ein Bild von den verschiedenen Stationen des UKR, darunter die A-STAR, sowie den SkillsTraining-Räumen verschaffen. Dank eines hochmodernen medizinisch-pflegerischen Equipments für Simulations- und Skillstraining unterschiedlichster Fachrichtungen können viele Skills in einem sicheren, geschützten Rahmen eingeübt werden. Sowohl die A-STAR als auch das SkillsLab durften wir uns genauer anschauen und konnten viele interessante Informationen mitnehmen. Sehr spannend war auch die Entwicklung von Lernsituationen zur Umsetzung des neuen, bundeseinheitlichen Lehrplans für die Ausbildung zur Pflegefachfrau/zumPflegefachmann, die uns Frau Fitzek und Frau Weiß im SkillsLab aufgezeigt haben.

Für die Gewährung vielfältiger Einblicke, für die erlebte Offenheit, Unterstützung, Expertise sowie das herzliche Willkommen möchten wir uns bei allen Kolleginnen und Kollegen der Personalentwicklung am UKR vielmals bedanken! Unser Dank gilt vor allem dem Leiter des Referats Fort- und Weiterbildung,  Herrn Tröger und dessen Mitarbeitern Herrn Schrott und Herrn Matz sowie den Mitarbeiterinnen des Referats Ausbildung und Studium,  Frau Fitzek und Frau Weiß die uns viele interessante Aspekte des interprofessionellen Skillstrainings näher gebracht haben. Wir freuen uns auf die nächsten Begegnungen mit dem Universitätsklinikum Regensburg.

Aida Drews und Nina Steinmetz

[1] https://www.ukr.de/imperia/md/content/kliniken-institute/herz-thorax-chirurgie/kardiotechnik/pdf/ecla/ukr_ecmo_elso.pdf

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